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14 Zigaretten

Der Beginn war eine Bank. Zuerst saß sie nur da. Dann wurde es Dunkel.

Die Dunkelheit befahl ihrem Körper und ihren Füßen zu gehen. Ihr Verstand war auf der Suche nach ihrer Angst. Obwohl sie keine Steuerung darüber hatte, wo ihr Weg sein wird, hat sie das gefunden, was sie suchte. Doch das dauerte.

So schwierig hätte sie es sich niemals vorgestellt, ihre Angst zu finden. Ihre Füße, geleitet von der Dunkelheit, brachten sie zum Friedhof. Grablichter durchbrachen die Dunkelheit, doch die Dunkelheit war noch lange nicht gestorben. Sie musste feststellen: Sie wird hier nicht finden was sie sucht. Ein Friedhof in der Dunkelheit ist kein Ort, an dem man seine Angst findet. Ein dunkler Friedhof ist ein Ort des Friedens. Und den hat sie dort auch gefunden – ihren inneren Frieden.

Mit ihrem inneren Frieden im Brustkorb lenkte die Dunkelheit ihre Füße weiter. Weg von der Zivilisation, rein in die Gefahr. Alte Straßen, steinige Schotterwege und matschige Trampelpfade schienen ihr Weg zu sein. Ein Irrweg, der sie immer mehr zur Verwirrung brachte. Ihr Verstand wusste schon lange nicht mehr wo sie war, doch die Dunkelheit führte weiter ihre Füße. Und irgendwo im Nirgendwo fand sie wieder etwas – ihre Fähigkeit alleine zu sein.

Das war noch nicht das Ende. Mit ihrem inneren Frieden und ihrer wiedergefunden Fähigkeit im Herzen, wies die Dunkelheit ihren Füßen zurück in die Zivilisation. Von da an überließ die Dunkelheit ihrem Verstand wieder die Macht über ihren Körper und ihre Füße und ihr Verstand wusste wieder, wo er war. Zeit brauchte sie, um ihre Eindrücke zu überdenken. Deshalb entschied sie sich erneut, das Licht wieder zu verlassen und bekannte Umwege zu gehen. Genau da fand sie, was sie suchte: Ihre Angst. Ihre Angst stand einfach nur da. Täuschend friedlich. Unter einer Brücke ganz allein. Nur die schwarze Silhouette ihrer Angst konnte sie erkennen, als sie geradewegs auf ihre Angst zusteuerte. Dann war die Angst weg. Die Silhouette löste sich auf und ihre Angst war fortgegangen.

Wenn wir uns nicht unserer Angst stellen, wird sie uns ewig verfolgen. Stell dich deiner Angst und sie wird verschwinden. Das hat sie nun auch gelernt.

Am Ende des Abends erreichte sie wieder die Bank. Sie setzte sich, zündete ihre vierzehnte Zigarette an, nahm zwei Züge und machte sich schnellen Schrittes auf den Weg nach Hause.

24.11.14 19:31
 
Letzte Einträge: Einäugige schwarze Katze von links


bisher 5 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Maccabros (24.11.14 19:44)
wer keine Angst hat, ist dumm...

schön beschrieben...


flo / Website (24.11.14 21:03)
angst suchen
was fuer ein aussergewoehnliches,
in diesem fall offensichtlich ruhiges
[und ich finde auch irgendwie ein schoenes] vorhaben.

und was fuer ein schoener text.

danke fuer das teilhaben lassen an deiner angstsuche


Kim / Website (25.11.14 01:22)
Auch ich muss sagen, dass ich deine Texte immer wunderschön finde, sie schildern die aufwühlendesten Dinge, so ruhig und zart.

Genau dieser Weg ist der richtige, man muss seinen Ängsten gelassen entgegen gehen, doch die meisten laufen vor ihnen davon und du hast den Mut gehabt, den richtigen, aber auch den schwereren Weg zu gehen...

Deine Kim


Andreas / Website (25.11.14 06:32)
Wie schön wenn so etwas gelingt. Und wie poetisch du das ausdrückst, immer, es ist wundervoll. Ich habe leider das Gegenteil erlebt; ich habe mich in Situationen begeben die mir Angst machen und es wurde dadurch nur schlimmer anstatt besser. Glückliche Anibeutel-SIE. Liebe Grüße!


schepper / Website (25.11.14 16:14)
Schön geschrieben! Und du hast Recht manchmal muss man sich seiner Angst stellen um zu merken das sie nur ein Schatten ist der keine Macht hat, nicht das Monster von dem man schlecht träumt...

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